Leipzig in Schwarz

2. Juli 2016 2 Kommentare

George wieder einmal in Leipzig. Das letzte Mal, im Frühjahr anlässlich der Buchmesse zur Vorstellung der COSPLAY CD, hatte er sich noch geärgert: Keine Zeit für die Sonderausstellung „Leipzig in Schwarz“ im Stadtgeschichtlichen Museum, Haus Böttchergäßchen.

Aber: Die Dauer der Ausstellung wurde bis 24.07.2016 verlängert – die Chance, gleich hinein Freitagmorgens um 10 Uhr.

Zum 25. Mal fand am Pfingst-Wochenende 2016 in Leipzig das jährliche Wave-Gotik Treffen (WGT) statt. Schrieb 1993 noch die Leipziger Volkszeitung: „Passanten waren verschreckt, Kinder staunten mit offenstehenden Mündern“, so ist diese Veranstaltung zehntausender friedlich-schwarzverkleideter Zeitgenossen aus ganz Deutschland und der ganzen Welt mittlerweile in der Stadt als eines der touristisch-kulturellen Highlights anerkannt und mit dem – wollten die WGT Fans dies wirklich? – Leipziger Tourismuspreis beehrt.

In der kleinen Ausstellung (ein Raum) sind liebevoll Relikte aus den 25 Jahren zusammengetragen, mit Original-Dokumenten und Erläuterungen der Hintergründe und Entwicklungen der Bewegung. Eine Auswahl typischer Kostümierungen und Accessoires wird gezeigt.

Die Ausstellung ist für „Außenstehende“ ein idealer kleiner Einstieg in das Gothic-Thema, und für SelberschneiderInnen unbedingt empfehlenswert und interessant wie die gesamte Gothic-Szene – werden doch die meisten Outfits in kreativer Eigenleistung selbst entworfen, genäht und gebastelt.

Der Kern der Kleidungsstücke besteht oft aus Stilelementen der viktorianischen Zeit: Weite Röcke, Mieder, Zylinder, Gehröcke. Elegant sollte es sein, aufwendig inszeniert und mit Detailliebe verziert. Schwarz. Vielleicht etwas Rot oder Weiß. Gerne Messing und Kupfer. Aber auch viele Einflüsse der Kleidung von der Renaissance bis hin zu den 1930ern sind zu finden. Und durch die ursprüngliche Nähe zu den Punks auch das gekonnt-Zerrissene, gezielt-Herunterhängende, offenherzig-Vernetzte. Kunstwerke, absolut anschauenswert.

Drei Gedanken hat George aus der Ausstellung konkret mitgenommen:

Erstens 25 Jahre sind lang. Die Babies, die in den 1990ern von einem schwarzbehandschuht-händchenhaltenden Pärchen auf dem Rockkonzert gerade noch nicht gezeugt waren, gehen heute vielleicht mit Ihren immer noch Gothic-getreuen Eltern zu Pfingsten selbst verkleidet gemeinsam durch die Leipziger Straßen.

Zweitens Schnittmuster: Seit langem liegt die Gothic / Steampunk / Victorian Kollektion umfänglich wachsend in der gedanklichen Schublade. Die Ausstellung hat wieder Eindrücke hinzugefügt, die Schublade lässt sich nicht mehr schließen.
Konkreter Vorsatz: Noch diesen Sommer gibt es ein spezielles viktorianisches Teil.

Drittens eigener Eindruck: Pfingsten 2017 ist geblockt für einen Leipzig-Besuch. Rechtzeitig organisieren!

Homepage des Wave-Gotik Treffens: http://www.wave-gotik-treffen.de/photogallery.php

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig: http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/

Nähen für Puppen?

17. Juni 2016 1 Kommentar

Vergangene Woche…

Der kleine DIN A5 Luftpolster-Umschlag wurde gerade geliefert, liegt jetzt auf dem Schreibtisch. Schon mit Spannung erwartet, wird daraus gleich ein kompletter Maßanzug erscheinen, ein dreiteiliges Business Outfit Bluse, Hose und Sakko. Auspacken – bügeln – fotografieren!

2 Monate zuvor…

Inge mailt George: „Ich habe Euch auf der Leipziger Buchmesse kennen gelernt und Eure Schnittmuster gleich ausprobiert. Ich bin begeistert, habe schon einige Puppensachen genäht. Darf ich die Sachen eigentlich auf Puppenbörsen verkaufen?“

Ein Mailwechsel entsteht. Einerseits typische Klärungen zur gewerblichen Nutzung der Schnittmuster. Aber für George viel interessanter: Inge näht für FASHION DOLLS! Seit mehreren Jahren gärt der Plan spezieller Schnittmuster für die kleinen Menschen-Abbilder in George´s Schublade. Und nicht nur der Plan. Im Anfall von Sammelleidenschaft liegen genau dort auch nicht wenige Dolls aller gängigen  Größen und Herkunft. Und www.dollforce.com wartet seither auf Belebung. Nur keine Zeit gefunden und keinen passenden Geschäftspartner. Eine Chance für diese interessante Nische?

George an Inge: „Wollen wir zusammen puppenmäßig was unternehmen? Näh doch mal etwas aus unseren Schnittmustern,  ich mache ein paar Fotos und dann überlegen wir mal zusammen. “

Wir einigen uns auf ein Outfit für eine 22“ Tonner American Model. Insgesamt selten und teuer und im deutschsprachigen Raum kaum anzutreffen, aber schick und groß genug auch für das eine oder andere Detail und vernünftige Fotos. Inge wird das Outfit schicken, sobald es fertig ist.

Zurück in der vergangenen Woche…

Auspacken … Begeisterung auf den ersten und den zweiten Blick. Die Bluse: Kleine Knöpfe, wie echt, dahinter fast unsichtbar durchsichtige Druckknöpfe für eine authentische vordere Öffnung. Kragen, Abnäher und Manschetten einwandfrei. Die Hose: echte Taschen! und ein überzeugender Hakenverschluss. Und das Sakko erst: Nicht einmal in Originalgröße ist ein solch sauberes Futter mit Bequemlichkeitsfalte im Rücken selbstverständlich.

Bügeln … George – merk Dir – für die Verpackung  der hochwertigen Stücke für den Versand an Kunden brauchen wir ne überzeugende Lösung.

Fotografieren … Glücklicherweise passt das Stück der 22“ AM aus der oben erwähnten Schublade wie angegossen. Einige Fotos für einen ersten Eindruck und zum Diskutieren – es soll ja noch nichts davon in einen Shop. Lernkurve 1: Auch bei den Puppen kommt es auf Maßmode an. Der blauäugige Ansatz von George, das Outfit auch gleich der genau gleich großen Volks Dollfie BJD SD überzustreifen, scheiterte kläglich an Schenkeln und Oberweite. Lernkurve 2: Für den Verkauf von Kleidungsstücken wird anders genäht als für Musterstücke für den Schnittmuster-Verkauf. Das An- und Ausziehen der Stücke mit den „Original“ vorderen Verschlüssen ist mühsam. Sehr. George´s Musterstücke sind meist hinten offen. Und eine zweite 22“ Fashion Doll mit steifen Armen ohne Ellenbogengelenk konnte schlichtweg nicht angezogen werden, ohne das Outfit zu beschädigen.

Einige der entstandenen Fotos sind hier zu sehen. Für einen ersten Versuch auf die Schnelle ist George zufrieden. Und Inge scheinbar auch, sie kann sich eine Zusammenarbeit in Sachen Puppenkleidung vorstellen.

Zukunft…

George wird Inge treffen. Termin und Ort stehen fest. Ein Burgrestaurant – George liebt Burgen…

Interessieren sich genug Leute für das Nähen für Puppen?

Soll und wird es künftig eine Kollektion von Puppen-Schnittmustern geben?

Was könnte entstehen?

Meinungen willkommen.

George wird berichten.


 

Alle PASST! Schnittmuster lassen sich auch für Puppen nähen. Das Outfit im Beispiel ist entstanden  aus den drei variantenreichen Basis-Schnittmustern DAMEN BLUSE, KLASSISCHE HOSE und SAKKO:

Sakko
DAMENBLUSE
Das Basisschnittmuster DAMENBLUSE für passt! ermöglicht mit tausenden einstellbaren Varianten die Grundlage unterschiedlichster Blusenformen für jeden Anlass. Einstellbar sind: …
Details…
Sakko
SAKKO für Damen und Herren
Variantenreiches PASST! Basisschnittmuster für Sakkos in verschiedenen Grundformen geeignet beispielsweise auch für Jackett, Blazer, Smoking, Cut, Frack. Verfügbare Varianten: …
Details…
Sakko
Klassische DAMEN- und HERRENHOSE
Basisschnittmuster klassische HERREN- oder DAMENHOSE. Variabel in Länge und Beinform. Bundfalten und Aufschlag sind wählbar…
Details…

 

Urlaub & Arbeit

20. Mai 2016 1 Kommentar

Prolog

Gerade ist George zurück von der Urlaubsreise. Schön war es, 14 Tage rund um das Mittelmeer, viele neue Eindrücke, lange in interessante Ferne schauen statt meist auf den nahen Bildschirm.

George wurde angesprochen im Urlaub von einem Mit-Urlauber-Paar, als er recht früh morgens in der leeren Bar am Bug saß an seinem Notebook, eine Mail schreibend: „Sie Armer, wir haben Sie die letzten Tage schon tippen gesehen – lässt Ihr Chef Sie nicht einmal hier im Urlaub in Ruhe mit Arbeit?“.

„Nix Chef, nicht wirklich Arbeit!“ lächelt George und  beginnt zu versuchen für eine intelligentere Antwort erst einmal selbst seine Einstellung zu diesem Thema zu verstehen…

Warum Urlaub und Arbeit und Glück und Freizeit und Liebe und Geld-verdienen integral zusammen gehören, ja in vielen Aspekten kaum zu unterscheiden sind – bemüht formuliert möglichst ohne esoterisches Geschwafel oder Hobby-work-life-balance-Psychologie oder den erhobenen Finger des Lebensberater-Fachbuchs. Die Einsichten von George, deshalb: alle folgenden Ratschläge nicht nur ohne Garantie, sondern sogar ohne nennenswerte Wahrscheinlichkeit der Übertragbarkeit auf andere Personen.

Hintergrund & Entscheidungen

Was ist Urlaub? Was ist Arbeit? Die Grenzen sind verschwommen für George.

Er kann sich erinnern: Damals, einige Jahrzehnte lang als Angestellter im großen Konzern, da war noch alles klar: Arbeit war morgens eine Stunde Autofahrt zum Büro oder mit dem Taxi zum Flughafen, dann typisch 8 bis 10 Stunden fremdbestimmtes Kommunizieren, Denken und Tun, dann nach Hause oder ins Hotel und abends um 22:45 Uhr noch ein Anruf des Chefs wegen unaufschiebbarem – Nichts. Und Urlaub waren 30 Tage eines Kalenderjahres – einzuplanen bis zum 15. Januar. Da konnte man wegfahren, mit schlechtem Gewissen wegen stets unterbesetzter Projekte, unter kontinuierlicher mailmäßiger und Diensthandy-sei-Dank-telefonischer Beatmung von Wer-weiß-wem-Wichtigen.

Aber dann kam die Chance: Eine Kumulierung aus Leidensdruck persönlich unerträglicher Organisation und Vorgesetzter zusammen mit Lockvögeln gewünschten Stellenabbaus. High noon in einer Strategiesitzung. George hob seine Finger (in einer der Phantasie des Lesers überlassenen Reihenfolge) und kündigte.

Nun liebe Kinder: Nicht nachmachen! Was hier als Wahnsinnstat eines Midlife-Krisengeplagten erscheint, bedarf einem Gutstück der Planung, Vorbereitung und passender Rahmenbedingungen:

Erstens: George hat eine tolle Frau. Sie steht stets hinter George, motiviert und unterstützt ihn. Niemals zetert sie, ist keine Bedenkenträgerin und malt am Horizont stets rosa Palmen statt alles verschlingendes Schwarz. Ohne Liebe und einen starken Rückhalt wären viele Entscheidungen für George unmöglich gewesen.

Zweitens: George hat einen Plan. Seit vielen Jahren betrieb er schon ein kleines nebenberufliches Gewerbe, aus einer fixen Idee, einem Hobby entstanden. Eines Tages im vergangenen Jahrtausend meinte der Programmierer in ihm, man müsse doch eigentlich Schnittmuster für Kleidungsstücke am Computer nach den persönlichen Maßen, also passend halt ausgeben können. Interesse bei Kunden war vorhanden, immer glaubte George diese Idee hätte Potential und jetzt kann er es beweisen.

Leben & Glück

Ein Reset in der Lebensmitte birgt viele Chancen. Mit dem Hintergrund gesammelter Erfahrungen und der Konsequenz einiger erforderlicher Entscheidungen kann man neu bewerten und bewusst wählen, was einem wichtig ist und wie man seine noch verfügbare restliche Lebenszeit kurz- mittel- und langfristig verbringen möchte.

George empfiehlt zur zeitlichen Aufteilung: Sei heute glücklich. Sei morgen glücklich. Versuche dieses Jahr glücklich zu sein. Verliere die weitere Zukunft nie aus den Augen, aber bedenke: Pfiffig ist, das verfügbare Glück auszuschöpfen bevor die restliche verfügbare Lebenszeit abgelaufen ist.

Urlaub & Arbeit

Und so kommt es, dass Urlaub und Arbeit für George kein Widerspruch mehr darstellt, keine Konkurrenz, sondern ineinandergreifende Bestandteile eines glücklichen Tages.

An einem Tag in Cannes entsteht nach dem Bummel über die Croisette das Konzept für die Musterstücke weißer leichter baumwollener Peplum-Shirts; und morgens vor Barcelona noch schnell eine Rechnung drucken am Internetterminal und eine Correos suchen für die CD-Lieferungen und schnell dem Kunden per Mail eine Frage beantworten. Oder an einem Seetag auch einmal eine Bibliothek sichten für Responsive Design – weder Problem noch Belastung. Ohne Zeit für Einkommen nicht nur kein Geld für Reisen, sondern auch keine Selbstbestätigung der Richtigkeit eigener Ideen und Vorgehensweisen. Und ohne Zeit für freien Geist und tiefes Wohlbefinden wiederum keine Inspiration für Einkommen.

Epilog

Das nette, aber ganz unnotwendig mitfühlende Mit-Urlauber-Paar ist längst weitergeschlendert, zum Frühstücksbuffet, zum Tender rüber zum Hafen oder – brrr – zum Liegen-reservieren an Deck.

George lehnt sich zurück. Er fühlt sich wohl. Er glaubt es geht ihm gut.

 

AG Recyclingmode

28. April 2016 2 Kommentare

Konzentriertes Arbeiten. Die fünf Mädchen und die beiden Betreuerinnen sind ganz vertieft ins Trennen, Sortieren, Entscheiden, Kleben, Schneiden, Stecken und Nähen. Neues soll entstehen, kreativ, selbst geschneidert aus Altem.

Möglich ist dies als gemeinsames Projekt „Arbeitsgemeinschaft Recyclingmode“ zwischen der Grundschule am Roederplatz in Berlin Lichtenberg und dem Büro der umweltpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus Berlin, Marion Platta.

Tabea Piotrowski, Mitarbeiterin des Büros, ist in ihrer Freizeit begeisterte Cosplayerin und hat so hobbybedingt sowohl viel Erfahrung an der Nähmaschine wie auch ein Gefühl für phantasievolle Outfits. Von ihr stammt die Idee, den Kindern einerseits das Nähen bei- und nahezubringen wie auch dies zu verbinden mit dem Recycling-Gedanken und Wissen und berechtigt kritische Gedanken zur Produktion preiswerter Massenkonfektion.

George, der die Schnittmuster für das Projekt bereitgestellt hat, durfte einmal schauen kommen in den Arbeitsraum im Polikum am Fennpfuhl in Lichtenberg – und nutzte natürlich die Gelegenheit gleich, der Büroleiterin der Linken Frau Beck einige Fragen zu stellen:

George: „Die Mädchen scheinen Spaß zu haben!“.

Frau Beck: „Ja tatsächlich. Sie sind mit Eifer bei der Sache. Und sie lernen schnell. Alle in der 5. oder 6. Klasse, so um die 12 Jahre alt.“.

George: „Was ist das Ziel des Projekts Recyclingmode?“.

Frau Beck: „Es geht um die Wiederverwertung von Textilien, es sollte nicht alles erst billigst gekauft und dann einfach weggeworfen werden. Und die Probleme, die bei der Herstellung von Kleidungsstücken vor allem in Billiglohnländern entstehen.“.

George: „Das klingt aber nicht gerade nach Spaß. Wie vermitteln sie diese Gedanken?“.

Frau Beck: „Der Ansatz von Tabea mit dem Nähen aus alter Kleidung ist hervorragend. Allein durch das Trennen der alten Stücke, der Auswahl geeigneter Stoffabschnitte und des eigenen Erfahrens des ganzen Prozesses von der Schnittmuster-Auswahl über das Zuschneiden und Nähen wird der Wert des fertigen Kleidungsstücks plötzlich ganz anders eingeschätzt. Und das ist ein Erfolgserlebnis, das macht Spaß. Abschließend ist eine kleine Modenschau geplant.“.

Frau Beck: „Daneben haben wir hier Zeit zum Sprechen, geben Hintergrundinformationen. Die Mädchen lesen die Schilder in den mitgebrachten Stücken, in welchen Ländern sie hergestellt wurden. Wir sind gerade am Vorab-Sichten von Videos über die Arbeitsbedingungen in der Konfektionsherstellung in diesen Ländern, müssen aber noch entscheiden, was wir den Kindern zumuten wollen. “.

George: „Fünf Mädchen sind nicht viele.“

Frau Beck: „In dieser Gruppengröße können wir uns um alle kümmern. Die Näherfahrungen sind sehr unterschiedlich. Und über die Gruppe hinaus wird die Idee auch verbreitet. Die Familien werden einbezogen bei der Suche nach Materialien. Und in der Schule wird darüber gesprochen. Richtige kleine Multiplikatorinnen.“.

George: „Schade, dass kein Junge dabei ist. Brauchen wir eine Quote?“.

Ein Mädchen aus der Runde, die das hört: „Jungen nähen doch nicht!!!“.

Frau Beck in die Runde: „Es gibt eine ganze Reihe von Jungen und Männern, die gerne nähen. Kennt ihr die Musikgruppe Puhdys? Die haben anfangs viele Ihrer Auftrittskostüme selbst genäht.“.

Frau Beck zu mir: „Wir hoffen, es gibt nach dieser ersten Nähgruppe im kommenden Schuljahr weitere Gruppen. Da schauen wir mal…“.

 

George: „Jetzt haben Sie aber kurzfristig noch Größeres vor.“.

Frau Beck: „Ja. Wir planen gemeinsam mit der Schule, der Direktorin Frau Daunke, die Bewerbung der Gruppe am jährlichen ökologischen Wettbewerb „Berliner Klimaschulen“; die Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen läuft gerade an.“.

George: „Danke für Ihre Zeit. Viel Spaß weiter mit den Kindern, dem Projekt und viel Erfolg beim Wettbewerb!“.

Die „Arbeitsgemeinschaft Recyclingmode“ kommt erst seit wenigen Wochen ein Stündchen wöchentlich zusammen. Toller Ansatz. George freut sich über diesen über den eigentlichen Zweck hinausgehenden Sinn von Schnittmustern und über einen erneuten Beweis, dass sich das Selberschneidern in den letzten Jahren immer weiter verbreitet und verjüngt.

Ein Bericht zum Abschluss dieser Gruppe mit Fotos der Ergebnisse folgt.

Kategorien:Internes, Artikel Schlagwörter: , ,

PETTICOAT

Petticoat Schnittmuster
 

Der PETTICOAT ist ein meist mehrlagiger oder mehrstufiger, weiter Unterrock. Ein Petticoat formt den darüber getragenen Rock oder das Kleid, schöpft aus der Weite des Saumes, lässt die Taille schlank erscheinen und die Hüfte dem Schönheitsideal folgend breiter.

Das Wort „Petticoat“ setzt sich zusammen aus dem französischen „petit“=klein und dem englischen „coat“=Umhang, Mantel.

Die größte Verbreitung erlangte diese Form des Unterrocks in den späten 1940ern bis zu den frühen 1960er Jahren – den Zeiten des Rock ´n´ Roll und Twist – jeder hat wohl die Silhouette vor Augen.

Aber bereits lange zuvor – seit dem 16. Jahrhundert –  wurden die Kleider in verschiedenen Modephasen durch unterstützende Unterröcke optisch erweitert. Oft knöchel- oder bodenlang, waren diese frühen Petticoats meist unter den edlen Roben versteckt, in einigen Perioden aber durch einen vorn geöffneten Oberrock auch visuell wirksamer Teil der Kleidung. Eine Hoch-Zeit der langen Petticoats war das Viktorianische Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts.

Heute sind Petticoats aus der alltäglichen Kleidung weitgehend verschwunden. Neben traditionellen Nischen wie Squaredance oder Country&Western sind Petticoats häufig in der Hochzeits-Mode zu finden.

George meint: Schade eigentlich! Mit etwas Phantasie lässt sich manches Outfit mit einem Petticoat – vielleicht auch sichtbar aus unkonventionellem Material – aufpeppen.

 
Petticoat Schnittmuster
 

Material

Das grundlegende Ziel eines Petticoats ist, den Saum des darüber getragenen Rockes zu weiten, zu stützen, ohne einen natürlichen Faltenwurf oder die Bewegungsfreiheit zu behindern.

Hierzu ist meist (sehr!) viel Material erforderlich; die Fülle wird durch starke Raffung erzielt. Das Material sollte steif sein, nicht in sich zusammenfallen, aber auch möglichst leicht zum bequemen Tragen.

Die geeignetste Grundlage für einen Petticoat ist deshalb Tüll. Dieses leichte Netzmaterial aus Nylon oder anderen Kunstfasern ist in vielen Farben günstig zu bekommen. Auch edle Varianten in Seide oder Baumwolle sind erhältlich.

Petticoats können aber auch aus anderen leichten, Stoffen hergestellt werden, insbesondere wenn (Teile der) Unterbekleidung sichtbar sein sollen. Für ländliche Mode und Trachten bieten sich beispielsweise luftige, bedruckte Baumwollstoffe an.

 

Alle diese Materialien sind einzuordnen irgendwo zwischen absolut steif bis frei fließend – entscheidend für die spätere erzielte Ausstellung des Petticoats. Ein erster Eindruck kann bereits im Stoffgeschäft durch Tasten und leichtes probeweises Raffen der vielleicht dreifachen Stoffbreite gewonnen werden. Mehr hierzu im Kapitel „Ausprobieren!“ weiter unten.

Für einen noch besseren Stand des Saumes sorgt ein zusätzlich eingenähtes Versteifungsband, Crinolborte, Krinolin-Band oder im englischen Horsehair Braid genannt.

 

Verzierung

Wie im Unterwäsche-Bereich allgemein spielt die Verzierung des Petticoats eine wesentliche Rolle, unterstützt die Schönheit der Form dieses Kleidungsstücks wie den Stolz und das Selbstbewusstsein der Trägerin.

Für die Funktionalität eines nicht unter dem Rock sichtbaren Petticoats ist eine Verzierung nicht erforderlich. Minimalistinnen mögen puren Nylon-Tüll verwenden, allseitig gegen Ausfransen umsäumt. Dies ist für den zu erzielenden Form-Effekt die leichteste, ehrlichste Lösung.

Eine elegante Form ist die Verwendung von Schrägbändern für die Säume und die Verblendung der Stufenübergänge. Hiermit kann sowohl einfach eine reine, unauffällige, saubere Verarbeitung erreicht werden (z.B. weißes Schrägband auf weißem Tüll) wie auch farbliche Akzente gesetzt (z.B. rotes Schrägband auf schwarzem Tüll).

Spitzen und Borten jeder Art eignen sich zum unteren Saumabschluss; insbesondere, wenn der Saum des Petticoats unter dem Rock hervorblitzt. Lochborten können die einzelnen Stufen des Petticoats optisch trennen.

 

Bund

Die einfachste Form eines Bundes für den Petticoat ist der Gummizug im Tunnel. Vorteile sind einfachste Erstellung und unkompliziertes An- und Ausziehen. Beachtet werden sollte, dass der Gummizug nicht einschneidet und sich unter der Oberbekleidung nicht abzeichnet, zumal eine Raffung zumindest der Hüftweite auf den Bundsitz erforderlich ist.

Besser sind breitere, anliegende, elastische oder auch feste Bünde. Diese können aus Bundgummi wie auch aus anderen Materialien hergestellt sein. Sehr breite Formbünde bis unter die Hüfte können möglicherweise die komplette erste obere Stufe des Petticoats ersetzen.

Bei nicht-elastischen Bünden muss ein Verschluss (oft in der hinteren Mitte, aber auch seitlich möglich) eingebracht werden. Hier bietet sich ein Reißverschluss an, es können aber auch Haken oder Knöpfe sein. Der Hingucker in einem breiten Bund ist eine vorn oder hinten liegende Schnürung oder ein Corsagen-Verschluss.

 

Kreative Varianten

Bitte lassen Sie bei der eigenen Erstellung eines Petticoats Ihre Phantasie spielen. Ein spannendes Kleidungstück mit vielen optischen Möglichkeiten.

Entscheiden Sie, wie viel des Petticoats bei Ihren fertigen Outfit sichtbar sein wird: Aus dem grundlegenden Schnittmuster des Petticoats können Sie auch einen „ganz normalen“ Rock herstellen. Oder Sie würzen ein alltagstaugliches Kleidungsstück mit etwas zusätzlicher Form und zusätzlichem Look. Oder der Petticoat ist der Rock – alles eine Materialfrage.

 

Ausprobieren!

Bei der eigenen Herstellung eines Petticoats sind einige funktionale Details eigentlich nur durch Ausprobieren oder durch viel Erfahrung umzusetzen. Das Schnittmuster kann die Passform am Bund sicherstellen, die gewünschte Länge und den generellen Aufbau, aber:

Das verwendete Material für den Petticoat hat gravierenden Einfluss auf die schlussendlich erzielte Form. Die vorgeschlagene Raffung kann hier nur einen Anhaltspunkt bieten, auch ist nicht jede Raffung für jedes Material geeignet. Beim ersten Petticoat unbedingt alles erst lose heften und anprobieren – am besten mit der Ziel-Oberbekleidung darüber. Dann kann hier noch nach Wunsch optimiert werden.

Auch ist eine Frage, ob die einzelnen Lagen / Bahnen bei Überlappung innen oder außen angebracht werden sollten. Dies hat neben dem optischen Unterschied je nach Material auch Einfluss auf die spätere Gesamtform des Petticoats.

 
Petticoat Schnittmuster
 

Das Schnittmuster zum Blog

Wer einmal ein Petticoat selberschneidern möchte, wird hier fündig:

PETTICOAT
Variantenreiches PASST! Schnittmuster PETTICOAT nach Ihren persönlichen Maßen. Der richtige Unterrock für alle weiten Kleider und Röcke. Bei entsprechender Materialwahl auch als Rock umsetzbar und für eigene kreative Schöpfungen. Einstellbar sind …
Details…

BARETT

Barett SchnittmusterDas BARETT (auch Béret, Baskenmütze) ist eine Kopfbedeckung; eine Mütze unterschiedlicher Form, aber typischer dreiteiliger Schnittführung. Beim Wort an sich vermutet man keltisch/lateinischen Ursprung, die Form der Kopfbedeckung kam im Spät-Mittelalter in Mode und ist seither in verschiedenen Ausprägungen immer wieder verbreitet.

Viele Berühmtheiten ließen sich mit einem Barett abbilden, um nur einige zu nennen Martin Luther, Auguste Rodin und Che Guevara.

Ursprünglich gebildeten Ständen und dem Adel vorbehalten, verbreitete sich das Barett schnell in alle Stände. Bereits früh war es eine verbreitete Kopfbedeckung im militärischen Bereich, mit Beginn der Uniformierung hat es dort bis heute einen festen Platz gefunden – in vielen Armeen rund um die Welt gehört das  Barett zur Grundausstattung.

Wohl vom militärischen Vorbild abgeleitet ist das Barett auch in anderen straff geführten Organisationen sehr beliebt, beispielsweise bei der Polizei oder den Pfadfindern.

Andere Evolutionen des Baretts führten zu ganz anderen noch heute verbreiteten Ausprägungen: Die bäuerliche Variante im Grenzland Frankreich/Spanien wurde zur Baskenmütze, akademische Anwendungen führten zum Doktorhut und auch viele Kochmützen sind näher betrachtet schnitttechnisch ein Barett.

 

Die Schnittform

Barett SchnittmusterUnter der Bezeichnung Barett findet man Kopfbedeckungen unterschiedlicher Schnittform. Wir konzentrieren uns hier auf eine für die meisten Anwendungen typischen, dreiteiligen Schnitt in einer Vielzahl möglicher Varianten: Deckel unterschiedlicher Form und Größe, Boden von absolut flach bis voluminös auftragend, und ein Sockel von nicht vorhanden (d.h. der Boden ist nur gesäumt) bis sehr hoch (z.B. bei manchen Kochmützen oder beim Doktorhut).

 

Das Material

Nicht nur die Form-Varianten haben einen Einfluss auf die Erscheinung der fertigen Kopfbedeckung, sondern insbesondere auch das verwendete Material.

Ein Barett kann aus Strickmaterial hergestellt sein, aber typisch aus nicht dehnbaren, verschiedensten Stoffen wie Wolle / Loden oder Samt, aber auch in Baumwolle oder besonders wirkend in Leder oder edel in Seide.

Barett Schnittmuster

Meist wird das Barett einlagig aus dem Obermaterial gearbeitet. Bei manchen Obermaterialien kann eine Fütterung sinnvoll sein. Für ein spezielles Erscheinungsbild dient eine Verstärkung von Deckel oder Sockel.

Je nach Anwendungszweck und Zeitalter kann das Barett verziert sein; eine einfachen Quaste wie bei der Baskenmütze oder in anderer Form beim Doktorhut, ein Emblem wie im militärischen oder akademischen Bereich, oder gar Bänder, Borten oder Federn wie in vergangenen Jahrhunderten üblich.

Das Schnittmuster zum Blog

Wer einmal ein Barett selberschneidern möchte, wird hier fündig:

BARETT
Variantenreiches PASST! Basis-Schnittmuster BARETT. Erstellbar sind unterschiedlichste Kopfbedeckungen, die aus den Teilen Deckel, Boden und Sockel bestehen; darunter Militär-Barett, Baskenmützen, mittelalterliche und Renaissance-Mützen, Kochmützen oder Doktor-Hüte. Einstellbar sind  …
Details…

Das Paradigma der Gradierung

1. Februar 2016 3 Kommentare

golden-pattern Schnittmuster nach Maß

Seit sehr vielen Jahrhunderten befassen sich die Menschen mit der Herstellung zunehmend den Körperformen angepasster, individueller Kleidung. Die Kleidung wird zumeist aus in Bahnen gewebten Stoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs hergestellt. Um aus diesen zweidimensionalen, rechteckigen Stoffbahnen den oft stark dreidimensionalen Menschen zu verhüllen, haben unsere pfiffigen Vorfahren Schnittmuster mit raffiniert geschwungenen Formen erdacht, die an den Kanten zusammengenäht den überaus komplexen menschlichen Körperbau überraschend perfekt umschließen können.

Nun sind Menschen sehr unterschiedlich gebaut. Nicht nur, dass sie mehrheitlich dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht mit jeweils spezifischen Körperformen angehören; sie sind auch sehr klein bis fast schon riesig; sie sind spargeldürr bis extraknuffig.

Aus diesem Grund ist Kleidung in sehr unterschiedlichen Abmessungen erforderlich. Solange die Herstellung zumeist im Haushalt erfolgte, war eine ganz pragmatische „Maßschneiderei“ üblich: Grob zuschneiden, anprobieren, optimieren, zusammennähen.

Spätestens mit Einzug der industriellen Produktion von Kleidungsstücken waren aber Regeln für die Maße der Kleidungsstücke/Schnittmuster erforderlich. Alle Menschen wurden in „Konfektionsgrößen“ eingeteilt, je nach Land, Kultur und Komplexität der Kleidungsstücke in vielleicht so um die 100. So gibt es in Deutschland beispielsweise Konfektionsgrößen für Babies, Kinder, Jugendliche, Damen und Herren, die beiden letzteren auch in normal, kurz und lang, und der Herr (wie fies!) alternativ auch mit Bauch. Es seien einmal beispielhaft die deutschen Damengrößen 36 oder 44 genannt.

 

golden-pattern Schniottmuster nach Maß

Die Gradierung

Um Kleidungsstücke herstellen zu können, sind Schnittmuster in den einzelnen Konfektionsgrößen erforderlich. Ein Designer hat die Form für z.B. ein Kleid entworfen, ein Ur-Schnittmuster in einer definierten Größe (z.B. Damen 36) wird erstellt. Und daraus werden dann alle anderen gewünschten Größen nach Regeln abgeleitet (38, 40, 42, …): das nennt sich Gradierung.

Zur Anleitung dieser Gradierung entstanden in den letzten 150 Jahren Unmengen von Fachliteratur, inhaltlich und formal überraschend ähnlich. Da werden „Sprungwert-Tabellen“ verwendet, eine „Interpolation“ zwischen Größen wird erforderlich, Sätze zur Konstruktion sind niedergeschrieben wie „… ein Zwölftel des Hüftumfangs plus 1,5 cm rechtwinklig zu …“.

Die generelle Logik der Gradierung ist die Definition festgelegter Stufen bei bestimmten Körpermaßen in Zentimetern (oder der jeweils landestypischen Längeneinheit) zwischen den einzelnen Konfektionsgrößen – so liegen zwischen der Konfektionsgröße Damen 36 und Damen 38 im Hüftumfang genau xx,x Zentimeter.

 

Gradierung kontra Mensch

Aus der Vorgehensweise zur konfektionierten Kleidungsherstellung an sich und der Gradierung ergibt sich eine Reihe von Problemen.

Als erstes und wichtigstes entspricht statistisch kaum ein Mensch einer der festgelegten Konfektionsgrößen. Schauen wir uns nur einmal die für die Passform existentiellen Maße Körpergröße, Brust-, Taillen- und Hüftumfang an. Wohl niemand von Ihnen werten LeserInnen wird in einer Konfektionsgrößen-Tabelle exakt die korrekten Werte finden. Schlimmer noch: Die Proportionen passen wahrscheinlich nicht besonders. Vielleicht sind Sie zu groß, die Taillenhöhe falsch oder das Hinterteil zu rund…

Weiterhin sind die Regeln zur Gradierung für Menschen nahe des Zentrums der Normalverteilung aller auftretenden Maße und Proportionen ausgelegt. Die Gradierung schwächelt bei vielen selteneren Proportionen – speziell bei den knuffigeren ZeitgenossInnen – und versagt allein schon durch die Nennung konkreter Längenangaben völlig für die Herstellung von Kleidungsstücken in untypischen Körpergrößen, z.B. für Puppen.

 

Das Paradigma der Gradierung

Die Grundlagen der heute praktisch unverändert genutzten Schnittmuster-Gradierung sind entstanden in Zeiten von Papier und Stift und manueller Grundrechnung. Mit diesen Möglichkeiten entstanden – teilweise durch Anpassung praktischer Erfahrungen – bestmögliche Algorithmen für die Konstruktion typischer Kleidungs-Schnittmuster: Kleid und Rock, Hose und Sakko. Es wurden die häufigsten Standard-Konfektionsgrößen der Menschen festgelegt und dokumentiert und Algorithmen zur Abbildung der Schnitt-Teile, mit festen Größenannahmen, Abständen und Abstufungen in Zentimetern.

Generationen von Fachbuch-AutorInnen, Schnittmuster-Hersteller und SchneiderInnen arbeiten seither mit diesen Ansätzen, einem Paradigma, fest verankert in den Köpfen aller Insider.

George erinnert sich an ein Projekt-Kickoff zur Maßschnittmuster-Veröffentlichung mit einem Modeverband. Gespräch mit der Schnittmuster-Verantwortlichen, einer verdienten Dame und anerkannten Fachbuch-Autorin.

Dame:  Wie gradieren Sie von 32 auf 34?

George: Was ist gradieren? Was ist 32 und 34?

Dame: (erst sprachlos — dann abschließendes, George die Qualifikation absprechendes Gebrabbel)

Das Projekt wurde nach dem Workshop eingestellt. Die innovative Projekt-Initiatorin und –Leiterin konnte sich gegen die einflussreiche Schnittmuster-Expertin nicht durchsetzen.

Nun sind Paradigmen an sich nichts Schlechtes. Der Glaube und erste Gedanke „Das MUSS so sein, das war IMMER schon so!“ spart Zeit und viel Chaos durch sonst drohendes, unendliches Trial and Error. Aber das Thema Gradierung wäre reif für einen Paradigmen-Wechsel…

 

golden-pattern Schnittmuster nach Maß

Modulieren statt Gradieren

Der Form des einzelnen Menschen und damit auch die Schnittmuster-Teile für umhüllende Kleidung sind definiert durch eine Anzahl von relevanten Maßen. Einige davon sind beispielsweise Körpergröße, Brust-, Taillen-  und Hüftumfang. Diese Maße stehen in bestimmten Abhängigkeiten zueinander, um eine menschliche Form abzubilden, streuen aber weit in den absoluten, stufenlosen Werten wie in der Proportion zueinander. So kann beispielsweise der Taillenumfang sowohl deutlich kleiner als auch deutlich größer sein als der Brust- und/oder der Hüftumfang. Die möglichen Kombinationen der einzelnen Maße ergeben eine nahezu unendliche Anzahl auftretender menschlicher Formen.

So muss jeder Versuch scheitern, mit einer Standard-Konfektionsgröße (= abgestufte, festgelegte Proportion) ein für irgendeinen Menschen wirklich passendes Schnittmuster bereit zu stellen.

Nun ist in der Konfektionsherstellung wohl eine Gradierung erforderlich und eine wirtschaftlich bedingte Konzentration auf den Mittelwerts-Menschen verständlich und statthaft. Anders als in anderen Industrien ist der Weg zu „Losgröße 1“ noch kaum angedacht.

Für die Bereitstellung von Schnittmustern für SelberschneiderInnen ist eine Einteilung in Standard-Konfektionsgrößen aber überholt; ein Relikt aus Zeiten von Kurvenlineal und Bleistift, aus Logistik- und Lagerkosten der Schnittmuster-Verlage und der Stoffabteilung des Kaufhauses als Bezugsquelle.

Neue Algorithmen – nennen wir sie Modulierung –  berücksichtigen die Maße des Menschen wie sie sind: vielfältig und stufenlos. Die Größe 38 ist nur noch eine willkürlich festgelegte Ausprägung von Maßen, genau wie die Maße von Ihnen, Ihrem Partner, Ihren Kindern oder Ihrer Puppe oder auch mir jetzt genau am heutigen Tag.

Modulierte Schnittmuster bieten eine gravierend bessere Passform für die Herstellung von Kleidungsstücken als gradierte Schnittmuster jemals in der Lage wären zu liefern.

 

golden-pattern Schnittmuster nach Maß - PASST!

Schnittmuster nach Maß mit modulierenden Algorithmen

Die Schnittmuster von golden-pattern® Schnittmuster nach Maß werden individuell konsequent nach modulierenden Algorithmen erstellt. Jedes Ihrer Maße zählt zur Ausgabe einer bestmöglich passenden Konstruktion Ihres Wunschkleidungsstücks.

Die Maßschnittmuster-Software PASST! (für Windows-PCs) können Sie sofort, kostenlos und unverbindlich ausprobieren mit dem ebenfalls kostenlosen Probe-Schnittmuster TSHIRT.

golden-pattern Schnittmuster nach Maß - PASST!

 

Kostenloser Download der Maßschnittmuster-Software PASST! und des variantenreichen Basis-Schnittmusters TSHIRT:

www.passt-online.de 

 

Viel Spaß beim Selberschneidern!

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 106 Followern an